Manche Bücher sind eine kleine Flucht für die Seele aus dem Alltag. Sie müssen einem gar nichts Neues erzählen - keine Informationen beinhalten, die einem noch nicht bekannt waren. Aber was diese Bücher können ist, einem eine Welt eröffnen, in der die Seele ruhen kann. Solche Bücher findet man nicht allzu häufig. Man möchte sie öfter finden. Aber könnte man sie auf Knopfdruck aus der Vielzahl der Bücher die existieren heraussuchen, dann wäre das Erlebnis auch schon wieder nicht das gleiche. Man darf erst beim Lesen merken:" Huppala! Sollte ich da auf eine Perle gestoßen sein? Fühlt sich gut an." Heute durfte ich ein solches Erlebnis haben. Ich habe "Das Labyrinth der Wörter" von Marie-Sabine Roger gelesen. Das Buch ist wohl durchaus bekannt. Aber ich hatte noch nichts von ihm gehört. Mir gefiel die Geschichte und deshalb habe ich nach ihm gegriffen. Dass es inzwischen mit Gerard Depardieu verfilmt wurde, wurde mir erst hinterher bewusst. Gut so! Denn so konnte ich mir meine eigene Hauptfigur Germain Chaze vorstellen und hatte nicht die ganze Zeit Monsieur Depardieu vor Augen.
Aber fangen wir doch erst mal mit dem Inhalt an: Germain gilt in der Gesellschaft, die ihn umgibt als ein ziemlich dummer Mensch. Er hat es nicht so mit dem Lesen und bezeichnet sich selbst als Analphabeten. Er hats auch nicht ganz so mit Gefühlen. Er hat es ganz und gar nicht mit der Beziehung zu seiner Mutter. Und einen Vater hat er gar nicht. Er hat Freunde, die sich regelmäßig in einem Lokal treffen, aber auch die halten ihn nicht für sonderlich pfiffig. Er ist auch ein komischer Kauz, der komische Dinge tut. So zählt er beispielsweise gerne die Tauben im Park. Und wie er das eines Tages gerade tun will, bemerkt er die Anwesenheit von Margueritte. Sie ist eine alte Frau und sitzt auf einer Parkbank. Erst fühlt er sich durch ihre Anwesenheit gestört, doch dann lernen die beiden sich kennen. Sie ist eine sehr gebildete alte Dame und hat ein Faible für Literatur. Stück für Stück bringt sie Germain die Liebe zur Literatur näher - einfach, indem sie ihm vorliest. Dadurch verändert sie sein Leben. Germain merkt plötzlich, dass er gar nicht so dumm ist. Er fängt an zu denken. Er beginnt zu fühlen. Sein Leben bekommt durch sie einen ganz neuen Sinn.
Diese Geschichte ist einfach wunderbar klein. Wir lesen die ganzen kleinen und gar nicht mal so dummen Gedanken Germains. Und wir lernen ihn mögen. Ich persönlich hab vor allem Margueritte gemocht. Menschen ihrer Art berühren mich. Und ich kann Germains wachsende Zuneigung zu ihr voll und ganz nachvollziehen.
Inzwischen habe ich mir auch diverse Rezensionen zu dem Buch durchgelesen und bin überrascht, wie vernichtend einige Menschen in ihrer Kritik waren. Wenn Menschen Bücher rezensieren wird es ja meistens schwierig. Bücher wecken noch vor dem Lesen meist irgendwelche Erwartungen. Wenn diese nicht erfüllt werden, kann man dann schonmal ungehalten werden. Manchmal macht es einen einfach auch wütend, wenn einem die Geschichte eigentlich gefällt, aber man sich an irgendetwas stört, was einem das ganze Erlebnis verpfuscht. Mir sind diese Gefühlsanwandlungen, die eine Kritik plötzlich vernichtend werden lassen also nicht unbedingt fremd. Allerdings bricht es einem ein bisschen das Herz, wenn man sieht, dass einigen Menschen einfach der Blick auf die Schönheit der Geschichte verstellt ist. Es ist einfach zu schade. Dieses Buch will glaub ich doch gar nicht groß sein. Es will einem doch gar keine Weisheiten vermitteln. Darum geht es doch. Darum, dass die Weisheit im Kleinen liegt. Dass man nicht klug sein muss und deshalb aber noch lange nicht dumm ist, solange man sich nur traut für sich selbst zu denken und zu fühlen, wie man eben selbst denkt und fühlt.
Es gibt Bücher, die ich wenn ich sie zugeschlagen habe nicht gehen lassen will. Dann drücke ich das Buch an mich und halte es noch für ein paar Minuten fest. Das habe ich in diesem Fall auch gemacht. Das ist ein bisschen albern. Aber manche Geschichten möchte man eben umarmen!
Samstag, 2. April 2011
Freitag, 25. Februar 2011
Mücken fangen oder denken?
Das Folgende hab ich unter dem Begriff "Zitat" gefunden. Allerdings halte ich es für eine richtige kleine Geschichte, die Max Black - ein US-amerikanischer Philosoph der von 1909 bis 1988 gelebt hat - uns mitgeteilt hat:
Manchmal - gebe ich zu - möchte ich dem Fisch Recht geben. Der ständig im Denken gefangene Mensch ist manchmal arm dran. Manchmal sehnt er sich danach, nicht immer so viel nachdenken zu müssen. Wie wärs mit "einfach mal leben" - auf die einfachsten Bedürfnisse zurückgeworfen, ohne sich über alles den Kopf zerbrechen oder gar Sorgen machen zu müssen. Andererseits: Ein Fisch würde diese Geschichte nicht verstehen- die Nuancen nicht erkennen. Und ich finde es schön, dass ich diese Geschichte verstehen kann - wie in einem einfachen kleinen Dialog sich zwischen den Zeilen so viel Inhalt verstecken kann. Es ist einfach auf den Punkt gebracht. Der Philosoph fängt jetzt wieder an, sich den Kopf zu zerbrechen und sucht alle kleinen verteckten Gedankenanfänge zu finden, während der Fisch nicht mal weiß dass er Teil dieser Geschichte ist. Würde ihn wohl auch weniger interessieren. Auf jeden Fall gehts dem Fisch nicht schlecht. Er wird sich nicht beklagen weil er die Notwendigkeit nicht sieht. Der Philosoph kann gar nicht anders als zu tun, was er tut. Anais Nin - eine sehr interessante wenn auch umstrittene Schriftstellerin deren Biographie ich gerade lese - hat mal gesagt: "Wir sehen die Dinge nicht so, wie sie sind. Wir sehen sie so, wie wir sind." Und der denkende Mensch sieht die Dinge eben immer denkend. Das ist manchmal anstrengend, aber Mücken fangen und schwimmen ist es ja nicht unbedingt weniger.
"Ein Philosoph sagte einmal zu einem Fisch: "Der Sinn des Lebens ist zu denken und weise zu werden." Der Fisch antwortete: "Der Sinn des Lebens ist zu schwimmen und Mücken zu fangen." Der Philosoph murmelte: "Armer Fisch!" Der Fisch wisperte: "Armer Philosoph!"" (Max Black)
Manchmal - gebe ich zu - möchte ich dem Fisch Recht geben. Der ständig im Denken gefangene Mensch ist manchmal arm dran. Manchmal sehnt er sich danach, nicht immer so viel nachdenken zu müssen. Wie wärs mit "einfach mal leben" - auf die einfachsten Bedürfnisse zurückgeworfen, ohne sich über alles den Kopf zerbrechen oder gar Sorgen machen zu müssen. Andererseits: Ein Fisch würde diese Geschichte nicht verstehen- die Nuancen nicht erkennen. Und ich finde es schön, dass ich diese Geschichte verstehen kann - wie in einem einfachen kleinen Dialog sich zwischen den Zeilen so viel Inhalt verstecken kann. Es ist einfach auf den Punkt gebracht. Der Philosoph fängt jetzt wieder an, sich den Kopf zu zerbrechen und sucht alle kleinen verteckten Gedankenanfänge zu finden, während der Fisch nicht mal weiß dass er Teil dieser Geschichte ist. Würde ihn wohl auch weniger interessieren. Auf jeden Fall gehts dem Fisch nicht schlecht. Er wird sich nicht beklagen weil er die Notwendigkeit nicht sieht. Der Philosoph kann gar nicht anders als zu tun, was er tut. Anais Nin - eine sehr interessante wenn auch umstrittene Schriftstellerin deren Biographie ich gerade lese - hat mal gesagt: "Wir sehen die Dinge nicht so, wie sie sind. Wir sehen sie so, wie wir sind." Und der denkende Mensch sieht die Dinge eben immer denkend. Das ist manchmal anstrengend, aber Mücken fangen und schwimmen ist es ja nicht unbedingt weniger.
Mittwoch, 16. Februar 2011
Eine kleine Vogelkunde
Vor einigen Tagen stand ich bei schönem Wetter draußen an einer Wiese, guckte mir einen Fasan an und dachte: "Hm... Fasane...Was machen die eigentlich den lieben langen Tag außer schön aussehen, einigen Leuten schmecken und Autofahrer zu plötzlichen Bremsmanövern anregen oder ihnen ein schlechtes Gewissen machen, wenn ihnen dann manchmal doch das eigene Leben lieber ist als das ihre?" Also hab ich mich heute mal kundig gemacht und bin auf interessante Dinge gestossen. Wusstet ihr beispielsweise, dass Fasane hier ursprünglich eigentlich gar nicht hingehören? Die kommen eigentlich aus dem asiatischen Bereich und wurden hier nur angesiedelt. Das fing in Südeuropa schon in der Antike an. Die haben die rübergeholt eben weil sie so hübsch aussehen und weil sie wohl wirklich lecker sein müssen. Ich hab ja noch nie einen gegessen. Kommt man ja so als Ottonormalesser auch nicht unbedingt zwangsläufig dazu. Die Römer haben sie dann wohl weiterverbreitet und dann fing das irgendwann an, dass Fasanerien gegründet wurden, damit der Adel an schönen Nachmittagen in freier Natur bunte Vögel um sich hatte. Dazwischen liefen dann meist noch ein paar Pfauen umher.
Aber die Fasane fühlen sich hier wohl auch wirklich wohl. Der Lebensraum ist wohl beinahe wie für sie gemacht. Na dann traf sich das doch. Nur im Winter rücken sie wohl zusammen, bilden dann an günstigen Stellen Gemeinschaften und halten sich gegenseitig in Schlafgrüppchen warm.
Sehr erheiternd fand ich die Absätze zu den Vogelrufen. Die männlichen Vögel reden wohl wesentlich mehr. Und zwar machen sie göö-gock. Und wennse sich erschrecken machen sie kuttuk-kuttuk kuttuk kuttuk-uk. Weibliche Vögel sind eher sprachfaul. Aber wenn, dann machense ein zischendes zi-zik zi-zik. Das ist zwar nicht unbedingt Vogelfrauenfreundlich, aber Männer würden das sicher lustig finden.
Ich hab mich ja auch gefragt, warum so Fasane eigentlich immer über die Straße laufen. Die müssten doch auch fliegen können. Andere Vögel heben ja auch mal eben ab, wenn man mit dem Auto angefahren kommt, während sie sich z.B. gerade an dem Aas auf der Straße gütlich tun - ihr wisst schon, diese unfreundlichen schwarzen Vögel, die auch immer zu Hauf auf den Straßen rumsitzen. Aber Fasane fliegen ja eigentlich nie einfach los wenns gefährlich wird. Die rennen dann nur los, bewegen panisch den Kopf und sehen auch noch irgendwie zu komisch dabei aus, wenn sie und wir gemeinsam versuchen ihr Leben noch zu retten. Ist wohl tatsächlich so: Fasane laufen lieber, als dass sie fliegen. Ist ja vielleicht für die Männchen mit dem großen Schwanz nicht so einfach. Vielleicht brauchen sie ja auch ein bisschen zu lange fürs Abheben. Sieht mir ganz danach aus. Guckt mal:
Und dann hab ich noch gesehen, dass es sehr viele unterschiedliche Arten von Fasanen gibt. War ja eigentlich auch klar. Aber ich kannte die anderen Arten nicht und muss sagen: Der Fasan, wie man ihn in diesen Breitengraden hier im allgemeinen kennt ist ja schon sehr schön. Aber der Goldene Fasan ist wirklich wunderschön. Seht euch das mal an:
Nicht wahr? Irgendwie sieht er aus, wie ein alter Ägypter. Tutanchamun oder so. Oder wie ein 80er-Jahre-Rocker mit Vokuhila. Nur ein bisschen bunter und ohne Schnübbes - und natürlich um Längen ansehnlicher.
Also, wieder was gelernt.
Aber die Fasane fühlen sich hier wohl auch wirklich wohl. Der Lebensraum ist wohl beinahe wie für sie gemacht. Na dann traf sich das doch. Nur im Winter rücken sie wohl zusammen, bilden dann an günstigen Stellen Gemeinschaften und halten sich gegenseitig in Schlafgrüppchen warm.
Sehr erheiternd fand ich die Absätze zu den Vogelrufen. Die männlichen Vögel reden wohl wesentlich mehr. Und zwar machen sie göö-gock. Und wennse sich erschrecken machen sie kuttuk-kuttuk kuttuk kuttuk-uk. Weibliche Vögel sind eher sprachfaul. Aber wenn, dann machense ein zischendes zi-zik zi-zik. Das ist zwar nicht unbedingt Vogelfrauenfreundlich, aber Männer würden das sicher lustig finden.
Ich hab mich ja auch gefragt, warum so Fasane eigentlich immer über die Straße laufen. Die müssten doch auch fliegen können. Andere Vögel heben ja auch mal eben ab, wenn man mit dem Auto angefahren kommt, während sie sich z.B. gerade an dem Aas auf der Straße gütlich tun - ihr wisst schon, diese unfreundlichen schwarzen Vögel, die auch immer zu Hauf auf den Straßen rumsitzen. Aber Fasane fliegen ja eigentlich nie einfach los wenns gefährlich wird. Die rennen dann nur los, bewegen panisch den Kopf und sehen auch noch irgendwie zu komisch dabei aus, wenn sie und wir gemeinsam versuchen ihr Leben noch zu retten. Ist wohl tatsächlich so: Fasane laufen lieber, als dass sie fliegen. Ist ja vielleicht für die Männchen mit dem großen Schwanz nicht so einfach. Vielleicht brauchen sie ja auch ein bisschen zu lange fürs Abheben. Sieht mir ganz danach aus. Guckt mal:
Und dann hab ich noch gesehen, dass es sehr viele unterschiedliche Arten von Fasanen gibt. War ja eigentlich auch klar. Aber ich kannte die anderen Arten nicht und muss sagen: Der Fasan, wie man ihn in diesen Breitengraden hier im allgemeinen kennt ist ja schon sehr schön. Aber der Goldene Fasan ist wirklich wunderschön. Seht euch das mal an:
Nicht wahr? Irgendwie sieht er aus, wie ein alter Ägypter. Tutanchamun oder so. Oder wie ein 80er-Jahre-Rocker mit Vokuhila. Nur ein bisschen bunter und ohne Schnübbes - und natürlich um Längen ansehnlicher.
Also, wieder was gelernt.
Donnerstag, 10. Februar 2011
Ein Lob auf den CD-Player
Seit gestern habe ich im Auto endlich einen CD-Player. Ja, vorher habe ich tatsächlich versuchen müssen, mich mit Kassetten bei Laune zu halten. Ich habe eine zeitlang auch immer noch fleißig Musik aufgenommen. Dann stellte sich allerdings heraus, dass nach kurzer Zeit immer wieder ein Bandsalat das Ergebnis aller Bemühungen war, weshalb ich dann versucht habe auf Adapter-Kassette mit MP3-Player umzusteigen. Wenn einem allerdings in kürzester Zeit dann auch alle Adapter-Kassetten kaputt gehen, ist das auch nicht gerade ein großes Vergnügen. Also hab ich Radio gehört. Wenn man jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit Radio hört ist man zwar jederzeit bestens informiert, wo im Umkreis gerade geblitzt wird, aber man bekommt auch einen an der Waffel. Man gewinnt irgendwie den Eindruck, dass in der Rotation sämtlicher Radiostationen eigentlich nur 50 Lieder vorhanden sind. Wahrscheinlich sind es ein paar mehr, aber irgendwann geht einem jeder zweite Titel gehörig auf die Nerven weil man ihn einfach schon viel zu oft gehört hat. "Oh neeee, jetzt nicht schon wieder die Black Eyed Peas." Und dann kommen dazwischen auch immer noch die Jingles:"Neuuuu! Ganz neuuu!" ... "Ja ne! Is klar! Total neu! Woher kommts dann bitte, dass ich das einfach nicht mehr HÖREN KANN????" Und dann schaltet man von einem Sender auf den nächsten und dann kann es tatsächlich passieren, dass da dann echt ganz genau der gleiche Song läuft. Um Pink zum Beispiel tut es mir echt leid. Die haben die Sender für mich einfach komplett kaputtgespielt. Dabei mag ich Pink. Ganz herzlichen Dank für diese Überflutung! Als ob es nicht genug Musik auf der Welt gäbe.
Aber jetzt habe ich ja meinen CD-Player. Welch ein Segen! Heute habe ich ihn also das erste Mal in Betrieb genommen. Die Ehre, die erste in meinem neuen Auto gespielte CD zu sein hatte Paloma Faith' "Do you want the Truth or Something Beautiful?" Eine wirklich schöne und wunderbar abwechslungsreiche CD. Ich liebe ihren Stil. Und ihre Aussagen. Und ihre Stimme. Außerdem ist das Album wirklich was zum Mitsingen. Wo soll man denn sonst als gesanglich nur mittelmäßig Begabte mal völlig ungeniert sein Stimmvolumen bis zum Anschlag austesten können, wenn nicht im Auto? Nicht wahr?
Als zweites war dann CeeLo Greens "The Lady Killer" an der Reihe. Was ein Spass! Das Intro und das Outro haben mich richtig laut lachen lassen. Die ganze Zeit saß ich da und wartete darauf, was wohl als nächstes kommt und jedesmal war es eine Überraschung. Dabei hat man bei jedem Titel das Gefühl, dass einen das an irgendetwas erinnert. Aber es ist trotzdem ein ganz eigener Stil. Retro aber total neu. Und so fröhlich. Die Stimmung hätte nicht besser sein können.
Vielleicht fragt ihr euch, ob ich die CDs denn nicht vorher schon kannte. Ganz ehrlich. Die liegen hier schon relativ lange. Und natürlich hab ich schon reingehört. Aber wenn man nicht alleine wohnt und man dann einen eigenen Musikgeschmack hat, dann kommt man nicht unbedingt immer dazu, die CDs - über deren Besitz man sich wirklich freut - mal wirklich genießen zu können. Geht mit zumindest so. Dann denkt man noch an die Nachbarn, deren Musik man oft genug durchs Haus schallen hört, und will sie dann nicht mit den eigenen Klängen belästigen und macht die Anlage dann eben doch nicht so laut, wie es zum vollen Genuss eigentlich angeraten wäre. Also eins ist für mich klar: Der beste Ort zum Musik hören ist für mich das Auto. Ein kleiner Raum mit guter Akkustik, ganz für einen alleine. Und ich hab noch mehr solcher CDs hier liegen, die ich bis jetzt noch nicht richtig würdigen konnte. Morgen dürfen Vriska Viljor, Amos Lee und Lissie ihre ersten Schritte in meinen CD-Player machen. Ich wusste gar nicht, wie sehr ich einen vermisst habe. Seit heute ist es mir klar.
Aber jetzt habe ich ja meinen CD-Player. Welch ein Segen! Heute habe ich ihn also das erste Mal in Betrieb genommen. Die Ehre, die erste in meinem neuen Auto gespielte CD zu sein hatte Paloma Faith' "Do you want the Truth or Something Beautiful?" Eine wirklich schöne und wunderbar abwechslungsreiche CD. Ich liebe ihren Stil. Und ihre Aussagen. Und ihre Stimme. Außerdem ist das Album wirklich was zum Mitsingen. Wo soll man denn sonst als gesanglich nur mittelmäßig Begabte mal völlig ungeniert sein Stimmvolumen bis zum Anschlag austesten können, wenn nicht im Auto? Nicht wahr?
Als zweites war dann CeeLo Greens "The Lady Killer" an der Reihe. Was ein Spass! Das Intro und das Outro haben mich richtig laut lachen lassen. Die ganze Zeit saß ich da und wartete darauf, was wohl als nächstes kommt und jedesmal war es eine Überraschung. Dabei hat man bei jedem Titel das Gefühl, dass einen das an irgendetwas erinnert. Aber es ist trotzdem ein ganz eigener Stil. Retro aber total neu. Und so fröhlich. Die Stimmung hätte nicht besser sein können.
Vielleicht fragt ihr euch, ob ich die CDs denn nicht vorher schon kannte. Ganz ehrlich. Die liegen hier schon relativ lange. Und natürlich hab ich schon reingehört. Aber wenn man nicht alleine wohnt und man dann einen eigenen Musikgeschmack hat, dann kommt man nicht unbedingt immer dazu, die CDs - über deren Besitz man sich wirklich freut - mal wirklich genießen zu können. Geht mit zumindest so. Dann denkt man noch an die Nachbarn, deren Musik man oft genug durchs Haus schallen hört, und will sie dann nicht mit den eigenen Klängen belästigen und macht die Anlage dann eben doch nicht so laut, wie es zum vollen Genuss eigentlich angeraten wäre. Also eins ist für mich klar: Der beste Ort zum Musik hören ist für mich das Auto. Ein kleiner Raum mit guter Akkustik, ganz für einen alleine. Und ich hab noch mehr solcher CDs hier liegen, die ich bis jetzt noch nicht richtig würdigen konnte. Morgen dürfen Vriska Viljor, Amos Lee und Lissie ihre ersten Schritte in meinen CD-Player machen. Ich wusste gar nicht, wie sehr ich einen vermisst habe. Seit heute ist es mir klar.
Sonntag, 6. Februar 2011
Ich staune...
...eigentlich ständig und über alles.
Ich sehe, dass der Schnee schmilzt und staune darüber, dass die kleinen Grashalme darunter noch leben und wie robust diese kleinen Pflänzchen sind. Ich staune darüber, wie unterschiedlich die Stimmen der Menschen so sind und dass Menschen, die miteinander verwandt sind oft auch ähnliche Stimmen haben. Woher mag es kommen, dass die Stimme eines Menschen so ist, wie sie ist? Das muss doch schon wieder was mit Genen zu tun haben. Was machen die eigentlich alles? Und wie funktioniert das? Und dann die Hormone. Noch so eine Sache. Wieso hat man an manchen Tagen eigentlich plötzlich so schlechte Laune, während man an anderen so gute hat obwohl faktisch manchmal gar nichts passiert ist, was der Grund dafür sein könnte? Es ist schon unglaublich, wie wenig wir über einige Dinge wissen, die in uns selber passieren und wie sehr das alles aber doch unser Leben beeinflusst.
Aristoteles hat mal gesagt: "Staunen ist der erste Grund der Philosophie." Und das gilt meiner Meinung nach nicht nur für die Philosophie als eine Form der Wissenschaft, sondern das Staunen ist jeder Anfang des Nachdenkens über die Umstände des Lebens.
Während ich also so vor mich hin staune suche ich nach Erklärungen. Ich versuche die Welt, die Menschen und das Leben zu verstehen. Und am Ende meines Nachdenkens gelange ich eigentlich immer an einen Punkt, an dem man plötzlich die Dinge so nehmen muss, wie sie nunmal zu sein scheinen. Wenn ich mir Gedanken über die Hormone, die Gene, die Menschen, die Natur und das Leben mache, gelange ich immer an den Punkt, an dem es keine weitere Erklärung mehr gibt. Wie ein kleines Kind seine Eltern zur Verzweiflung treiben kann, indem es immer wieder fragt "Warum?". Irgendwann läuft das wohl immer darauf hinaus, dass man keine Antwort mehr weiß und sagt: "Weil das so ist." Manche Dinge sind einfach nicht zu ergründen. Auf manche Fragen gibt es noch keine Antwort und auf manche Dinge wird es wohl nie eine geben, die wir begreifen können. Umso bestaunenswerter. Der Trick liegt dann darin, nicht über das unbedingte Wissen-Wollen zu verzweifeln. Nicht nur in der Verwunderung zu verbleiben, sondern in der Bewunderung annehmen zu können. Denn mal ehrlich: Wir wissen so wenig. Das wusste Sokrates schon vor ewigen Zeiten ... dass er nichts weiß. Und trotzdem hat auch er nie aufgehört zu fragen. Wenn wir uns danach richten kann am Ende nur herauskommen: Frage, aber erwarte nicht, eine Antwort zu bekommen, die am Ende unumstößlich ist. Trotzdem wird die Suche nach der Antwort dich etwas lehren. Und wenn es nur die Lektion ist, dass alles was uns umgibt es wert ist, es zu bestaunen. Es ist im wahrsten Sinne schon wundervoll - dieses Leben!
Ich sehe, dass der Schnee schmilzt und staune darüber, dass die kleinen Grashalme darunter noch leben und wie robust diese kleinen Pflänzchen sind. Ich staune darüber, wie unterschiedlich die Stimmen der Menschen so sind und dass Menschen, die miteinander verwandt sind oft auch ähnliche Stimmen haben. Woher mag es kommen, dass die Stimme eines Menschen so ist, wie sie ist? Das muss doch schon wieder was mit Genen zu tun haben. Was machen die eigentlich alles? Und wie funktioniert das? Und dann die Hormone. Noch so eine Sache. Wieso hat man an manchen Tagen eigentlich plötzlich so schlechte Laune, während man an anderen so gute hat obwohl faktisch manchmal gar nichts passiert ist, was der Grund dafür sein könnte? Es ist schon unglaublich, wie wenig wir über einige Dinge wissen, die in uns selber passieren und wie sehr das alles aber doch unser Leben beeinflusst.
Aristoteles hat mal gesagt: "Staunen ist der erste Grund der Philosophie." Und das gilt meiner Meinung nach nicht nur für die Philosophie als eine Form der Wissenschaft, sondern das Staunen ist jeder Anfang des Nachdenkens über die Umstände des Lebens.
Während ich also so vor mich hin staune suche ich nach Erklärungen. Ich versuche die Welt, die Menschen und das Leben zu verstehen. Und am Ende meines Nachdenkens gelange ich eigentlich immer an einen Punkt, an dem man plötzlich die Dinge so nehmen muss, wie sie nunmal zu sein scheinen. Wenn ich mir Gedanken über die Hormone, die Gene, die Menschen, die Natur und das Leben mache, gelange ich immer an den Punkt, an dem es keine weitere Erklärung mehr gibt. Wie ein kleines Kind seine Eltern zur Verzweiflung treiben kann, indem es immer wieder fragt "Warum?". Irgendwann läuft das wohl immer darauf hinaus, dass man keine Antwort mehr weiß und sagt: "Weil das so ist." Manche Dinge sind einfach nicht zu ergründen. Auf manche Fragen gibt es noch keine Antwort und auf manche Dinge wird es wohl nie eine geben, die wir begreifen können. Umso bestaunenswerter. Der Trick liegt dann darin, nicht über das unbedingte Wissen-Wollen zu verzweifeln. Nicht nur in der Verwunderung zu verbleiben, sondern in der Bewunderung annehmen zu können. Denn mal ehrlich: Wir wissen so wenig. Das wusste Sokrates schon vor ewigen Zeiten ... dass er nichts weiß. Und trotzdem hat auch er nie aufgehört zu fragen. Wenn wir uns danach richten kann am Ende nur herauskommen: Frage, aber erwarte nicht, eine Antwort zu bekommen, die am Ende unumstößlich ist. Trotzdem wird die Suche nach der Antwort dich etwas lehren. Und wenn es nur die Lektion ist, dass alles was uns umgibt es wert ist, es zu bestaunen. Es ist im wahrsten Sinne schon wundervoll - dieses Leben!
Dienstag, 1. Februar 2011
Der Grund
Warum eigentlich Klatschmohn? Zuerst kommt man vielleicht auf die Idee, dass das etwas mit Klatsch und Tratsch zu tun haben könnte. Zwar kann ich das auf meine Art und Weise vielleicht auch irgendwie und es könnte sein, dass etwas in der Richtung auch mal hier vorkommt - man weiß ja nie - aber das war nicht der eigentliche Grund für die Wahl dieses Namens. Der einfache Grund ist, dass ich Klatschmohn liebe.
Habt ihr euch diese Blume schonmal genauer angeguckt? Zuerst einmal ist da die Farbe. Da kann man sagen was man will, sie erscheint irgendwie verwegen. Gleichzeitig ist dieses Rot aber auch warm. Und es ist strahlend. Es lässt die Dinge in der Umgebung irgendwie besser aussehen. Ein Grün wirkt lebendiger. Ein Blau ein bisschen weicher. Ein Gelb irgendwie fröhlicher. Klatschmohn auf einer Blumenwiese macht schwer was daher. Er ist der Farbklecks, der dem ganzen Bild eine noch größere Schönheit verleiht.
Schaut man sich dann aber die Blütenblätter an, dann sieht man plötzlich neben dieser ganzen Auffälligkeit eine ganz unglaublich zarte Feinheit. Sie wirken zerbrechlich. Nie würde man ein Blatt anfassen. Es würde doch bestimmt sofort zerreißen. Und dann der Schwung, mit dem die Blätter fallen. Jede Pflanze ist in ihrer Zufälligkeit ganz anders. Und anders schön.
Und wisst ihr, was ich besonders schön am Klatschmohn finde? Wenn man versucht einen Klatschmohn mit sich nach Hause zu nehmen, ihn zu pflücken, um ihn ganz für sich alleine zu haben, so wird er das nicht überleben. Er lässt sich nicht einfangen. Er ist nur da schön, wo er hingehört. Das ist doch wie so oft im Leben. Wenn man das, was besonders schön ist versucht für sich zu vereinnahmen, dann macht man es kaputt. Lässt man es einfach da sein und genießt es, nur dann kann man es in seiner vollen Schönheit genießen. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass der Klatschmohn im persischen Raum ein Symbol für die Liebe ist, bekommt das nochmal eine ganz andere schöne Bedeutung.
Irgendwie ist für mich das ganze Leben ein bisschen wie Klatschmohn: strahlend, farbenfroh, verwegen, in seiner Zufälligkeit schön und gleichzeitig zerbrechlich und zart. Deshalb Klatschmohn.
Vielleicht könnt ihr euch also jetzt schon vorstellen, was euch hier erwarten könnte. Ich weiß es selbst noch nicht ganz genau. Es kann alles passieren, was das Leben hergibt. Vielleicht wirds mal lustig, mal tiefschürfend, mal oberflächlich, mal ernst oder auch mal kitschig. Wir werden sehen. Was ich aber weiß ist, dass ich mich sehr freuen würde wenn ihr mich begleitet.
Habt ihr euch diese Blume schonmal genauer angeguckt? Zuerst einmal ist da die Farbe. Da kann man sagen was man will, sie erscheint irgendwie verwegen. Gleichzeitig ist dieses Rot aber auch warm. Und es ist strahlend. Es lässt die Dinge in der Umgebung irgendwie besser aussehen. Ein Grün wirkt lebendiger. Ein Blau ein bisschen weicher. Ein Gelb irgendwie fröhlicher. Klatschmohn auf einer Blumenwiese macht schwer was daher. Er ist der Farbklecks, der dem ganzen Bild eine noch größere Schönheit verleiht.
Schaut man sich dann aber die Blütenblätter an, dann sieht man plötzlich neben dieser ganzen Auffälligkeit eine ganz unglaublich zarte Feinheit. Sie wirken zerbrechlich. Nie würde man ein Blatt anfassen. Es würde doch bestimmt sofort zerreißen. Und dann der Schwung, mit dem die Blätter fallen. Jede Pflanze ist in ihrer Zufälligkeit ganz anders. Und anders schön.
Und wisst ihr, was ich besonders schön am Klatschmohn finde? Wenn man versucht einen Klatschmohn mit sich nach Hause zu nehmen, ihn zu pflücken, um ihn ganz für sich alleine zu haben, so wird er das nicht überleben. Er lässt sich nicht einfangen. Er ist nur da schön, wo er hingehört. Das ist doch wie so oft im Leben. Wenn man das, was besonders schön ist versucht für sich zu vereinnahmen, dann macht man es kaputt. Lässt man es einfach da sein und genießt es, nur dann kann man es in seiner vollen Schönheit genießen. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass der Klatschmohn im persischen Raum ein Symbol für die Liebe ist, bekommt das nochmal eine ganz andere schöne Bedeutung.
Irgendwie ist für mich das ganze Leben ein bisschen wie Klatschmohn: strahlend, farbenfroh, verwegen, in seiner Zufälligkeit schön und gleichzeitig zerbrechlich und zart. Deshalb Klatschmohn.
Vielleicht könnt ihr euch also jetzt schon vorstellen, was euch hier erwarten könnte. Ich weiß es selbst noch nicht ganz genau. Es kann alles passieren, was das Leben hergibt. Vielleicht wirds mal lustig, mal tiefschürfend, mal oberflächlich, mal ernst oder auch mal kitschig. Wir werden sehen. Was ich aber weiß ist, dass ich mich sehr freuen würde wenn ihr mich begleitet.
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