Warum eigentlich Klatschmohn? Zuerst kommt man vielleicht auf die Idee, dass das etwas mit Klatsch und Tratsch zu tun haben könnte. Zwar kann ich das auf meine Art und Weise vielleicht auch irgendwie und es könnte sein, dass etwas in der Richtung auch mal hier vorkommt - man weiß ja nie - aber das war nicht der eigentliche Grund für die Wahl dieses Namens. Der einfache Grund ist, dass ich Klatschmohn liebe.
Habt ihr euch diese Blume schonmal genauer angeguckt? Zuerst einmal ist da die Farbe. Da kann man sagen was man will, sie erscheint irgendwie verwegen. Gleichzeitig ist dieses Rot aber auch warm. Und es ist strahlend. Es lässt die Dinge in der Umgebung irgendwie besser aussehen. Ein Grün wirkt lebendiger. Ein Blau ein bisschen weicher. Ein Gelb irgendwie fröhlicher. Klatschmohn auf einer Blumenwiese macht schwer was daher. Er ist der Farbklecks, der dem ganzen Bild eine noch größere Schönheit verleiht.
Schaut man sich dann aber die Blütenblätter an, dann sieht man plötzlich neben dieser ganzen Auffälligkeit eine ganz unglaublich zarte Feinheit. Sie wirken zerbrechlich. Nie würde man ein Blatt anfassen. Es würde doch bestimmt sofort zerreißen. Und dann der Schwung, mit dem die Blätter fallen. Jede Pflanze ist in ihrer Zufälligkeit ganz anders. Und anders schön.
Und wisst ihr, was ich besonders schön am Klatschmohn finde? Wenn man versucht einen Klatschmohn mit sich nach Hause zu nehmen, ihn zu pflücken, um ihn ganz für sich alleine zu haben, so wird er das nicht überleben. Er lässt sich nicht einfangen. Er ist nur da schön, wo er hingehört. Das ist doch wie so oft im Leben. Wenn man das, was besonders schön ist versucht für sich zu vereinnahmen, dann macht man es kaputt. Lässt man es einfach da sein und genießt es, nur dann kann man es in seiner vollen Schönheit genießen. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass der Klatschmohn im persischen Raum ein Symbol für die Liebe ist, bekommt das nochmal eine ganz andere schöne Bedeutung.
Irgendwie ist für mich das ganze Leben ein bisschen wie Klatschmohn: strahlend, farbenfroh, verwegen, in seiner Zufälligkeit schön und gleichzeitig zerbrechlich und zart. Deshalb Klatschmohn.
Vielleicht könnt ihr euch also jetzt schon vorstellen, was euch hier erwarten könnte. Ich weiß es selbst noch nicht ganz genau. Es kann alles passieren, was das Leben hergibt. Vielleicht wirds mal lustig, mal tiefschürfend, mal oberflächlich, mal ernst oder auch mal kitschig. Wir werden sehen. Was ich aber weiß ist, dass ich mich sehr freuen würde wenn ihr mich begleitet.